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< Container müssen auf die Waage
25.08.2015 14:27 Alter: 2 yrs

Warenübernahmequittung durch den Frachtführer


Quittiert ein Fahrer die Übernahme einer bestimmten Anzahl von Packstücken auf einem CMR Frachtbrief, so sollte er sich von der Richtigkeit der Angaben überzeugen, sofern er dazu Gelegenheit hat.

Grundsätzlich gilt, dass die Angaben in einem den Formvorschriften der CMR entsprechenden  Frachtbrief als wahr angenommen werden bis zum Beweis des Gegenteils. D. h, dass zunächst vermutet wird, dass die im Frachtbrief aufgeführten Güter auch vom Frachtführer übernommen worden sind, wenn dieser die Übernahme ohne abweichenden Vermerk im Frachtbrief quittiert hat. Andere Papiere, wie Ladelisten, Borderos oder Rollkarten ersetzen hier nicht den Frachtbrief.  Diese Vermutung gilt auch dann, wenn der Fahrer die Übernahme der Sendung ohne eigene Kontrolle der Menge quittiert hat, obwohl er Gelegenheit und Möglichkeit zur Mengenkontrolle gehabt hätte. Macht der Fahrer von der Möglichkeit einer Kontrolle also keinen Gebrauch, gilt seine Übernahmequittung. Theoretisch könnte der Frachtführer die anfängliche Vermutung für die tatsächliche Übernahme der im Frachtbrief angegeben Menge im Nachhinein widerlegen.

Etwas anders verhält sich die Lage bei Übernahme einer Sendung, deren Inhalt der Frachtführer ersichtlich oder erwiesenermaßen nicht hat prüfen können. Hier hat die Unterschrift des Fahrers auf dem Frachtbrief keine Beweiskraft, auch wenn Angaben über Menge und Anzahl auf dem Frachtbrief vermerkt sind. Dieses kann bspw. bei Übernahme von verschlossenen Behältnissen der Fall sein.

Aber auch hier ist grundsätzlich zu empfehlen, dass im Frachtbrief ein Vermerk vorgenommen werden sollte, dass eine Kontrolle nicht vorgenommen werden konnte. Möglichst sollte dieses vom Verladepersonal gegengezeichnet werden.

 

Zusammenfassung des Artikels „Ohne Kontrollmöglichkeit bedeutet die Unterschrift wenig“ aus DVZ vom 10.07.2015, Seite 5 des Themenhefts